
Heute unterzeichnen 18 Unternehmen auf dem Hapertser Kempisch Businesspark (KBP) eine Kooperationsvereinbarung mit Enexis für eine Energiehub. Diese Hub ist ein Pilotprojekt von Enexis, der Gemeinde Bladel, der Provinz Nordbrabant und den beteiligten Unternehmen. Das Ziel dieses Pilotprojekts ist, dass die Unternehmer, darunter VDL Groep und VGI Groep, ihre Energieversorgung auf dem KBP kollektiv organisieren, basierend auf nachhaltigen Energiequellen. Sie werden gegenseitig Energie teilen als direkte Lösung für die aktuelle Netzüberlastung (Stau im Elektrizitätsnetz). Die Gemeinde Bladel unterstützt und fördert dieses Pilotprojekt aufgrund der wirtschaftlichen Interessen für die Region.
Ein lokales Energiesystem muss die beteiligten Unternehmen unabhängiger von der begrenzten Kapazität im Stromnetz machen. In diesem System geben die Unternehmen an, wie ihre Nachfrage und Angebot an Strom sind. Das System steuert die Verteilung und die Bezahlung der angeforderten Elektrizität. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass die lokale Kopplung von Erzeugung und Verbrauch, wie es beim op KBP funktionieren soll, die beste Lösung für die Energiewende ist, da das bestehende Netz dann nicht zusätzlich belastet wird. Das ist der Kern einer Energiehub.
Marco van Geel, Vorsitzender des KBP und Geschäftsführer der VGI Gruppe, ist begeistert von diesem Schritt: „Ich habe mein Unternehmen auf diesem Park angesiedelt und dafür teures Land gekauft. Es wurde jedoch schnell klar, dass ich nicht genügend Strom bekommen konnte. Da man nun einmal Unternehmer ist, schaut man, wie das möglich ist. Deshalb habe ich zusammen mit den anderen Beteiligten kräftig an diesem Plan für eine Energie-„Hub“ gearbeitet. Für unseren Park und somit auch für mich eine praktikable Lösung. Wir können gemeinsam weiter wachsen und nachhaltiger werden, ohne dass jemand ohne Strom dasteht.“
Bürgermeisterin Hetty van der Hamsvoort: „Der Wille zur Zusammenarbeit ist in diesem Projekt sehr wichtig. Regierung und Unternehmer finden gut zueinander. Das ist entscheidend für den Erfolg dieses Pilotprojekts. Diese innovative Zusammenarbeit ist typisch für die Brainport-Region. Damit fördern wir deren technische und wirtschaftliche Entwicklung. Außerdem haben wir als Gemeinde große Ambitionen hinsichtlich der Nachhaltigkeit von Gewerbegebieten und der Erzeugung grüner Energie.“
Für Enexis ist es wichtig, dass auf der KBP Fläche im Netz verfügbar wird, wo dies momentan nicht der Fall ist. Bram Gerrist, Geschäftsführer Innovation, fügt hinzu: „Es war kein einfacher technischer und juristischer Puzzle. Die Interessen der Energiehub-Gruppe, der einzelnen Unternehmen und Enexis als Netzbetreiber mussten zusammenkommen. Dass wir heute alle gemeinsam unterschreiben, bedeutet, dass es gelungen ist.“
Es war für den Netzbetreiber eine lehrreiche Unternehmung, die eine Blaupause für die nächsten Energ ie-Hubs bildet, die geplant sind.
Ende 2022 wurde auf dem Kempisch Business Park eine Machbarkeitsstudie zum Konzept und zur Anwendung eines Energiehubs für das Gewerbegebiet gestartet. Firan, Infrastrukturspezialist für neue Energie, hat in dieser ersten Phase gemeinsam mit dem Netzbetreiber Enexis und den beteiligten Unternehmen die Energieprofile der ansässigen Firmen erfasst. André Simonse, Business Developer bei Firan: „Dies ist ein sich entwickelndes Gewerbegebiet mit einer Mischung aus etablierten Unternehmen, die weiter wachsen möchten, und noch zu gründenden Unternehmen. Einige Firmen haben Energieüberschüsse, andere einen Mangel. Mit anderen Worten, alle Unternehmen haben unterschiedliche Energiebedürfnisse. Die optimale Mischung für den Energiehub besteht aus der Energieverbrauchsphase tagsüber und nachts – beispielsweise durch das Laden elektrischer Lkw – sowie der Energieerzeugung aus Sonne, Wind und Kraft-Wärme-Kopplung. Durch diese ideale Kombination können wir das Gewerbegebiet über die Jahreszeiten und alle Wetterarten hinweg mit (zusätzlicher) Energie versorgen. Damit ein solcher Energiehub realisiert werden kann, ist es wichtig, dass die Unternehmen flexibel reagieren, die Gemeinde unternehmerisch auftritt und der Netzbetreiber des Stromnetzes den Mut hat, Initiative zu ergreifen. Im Fall des Kempisch Gewerbegebiets ist all dies gelungen, sodass alle Beteiligten nun erfolgreich starten.“
Die kooperierenden Unternehmen schließen sich zu einer Genossenschaft zusammen und diese erhält einen Gruppenverkehrsvertrag vom Netzbetreiber Enexis. Die Unternehmen werden untereinander Energie teilen und Lastspitzen besser aufeinander abstimmen. Die Genossenschaft sorgt für die Verteilung der Energie, die Abstimmung des Bedarfs und die Kostenaufteilung. Außerdem fügen die Unternehmen nachhaltige Energie einer noch zu bauenden Windturbine in den Hub ein, um die Gesamtkapazität zu erhöhen. Der Einsatz von groß angelegten Batterien zur Energiespeicherung bietet zusätzliche Kapazität in Zeiten hoher Belastung. Für Situationen, in denen die Sonne, der Wind, das Stromnetz von Enexis und Batterien nicht genügend Energie liefern können, kann ein Kraftwärmekraftwerk eingesetzt werden.

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