
Hauptsitz der VDL Groep in Eindhoven.
Das für dieses Jahr prognostizierte Wachstum bei VDL Groep hat sich im ersten Halbjahr 2023 bestätigt. Das industrielle Familienunternehmen mit Hauptsitz in Eindhoven ist auf dem Weg, im Jahr 2023 ein Umsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent zu verzeichnen. Das Nettoergebnis ist nach den ersten sechs Monaten des Jahres gesunken, operativ zeigt das Nettoergebnis jedoch ein Wachstum.
Nach den ersten sechs Monaten 2023 beträgt der kombinierte Umsatz 3,2 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zu 2,6 Milliarden Euro nach dem ersten Halbjahr 2022. Das Nettoergebnis ist nach den ersten beiden Quartalen 2023 um 22 Prozent auf 42 Millionen Euro gesunken, verglichen mit 54 Millionen Euro im Vorjahr. Dies hängt vor allem mit einer Rückstellung für die Kosten der ersten Phase des Sozialplans bei VDL Nedcar zusammen. Das operative Nettoergebnis ist um 44 Prozent auf 78 Millionen Euro gestiegen. Die Auftragslage der VDL Groep (ohne die Division Autoassemblage) bleibt mit 2.081 Millionen Euro in Woche 34 weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Anzahl der Mitarbeiter ist seit Anfang des Jahres stabil geblieben bei 16.634 Kollegen.
Präsident und Geschäftsführer Willem van der Leegte von VDL Groep: „Wir blicken auf ein turbulentes erstes Halbjahr zurück, in dem viel im Zeichen von gleichzeitiger Schrumpfung und Wachstum stand. Beides fordert viel von unserer Organisation. Was unsere Halbjahreszahlen betrifft: Drei unserer vier Geschäftsbereiche sind im Umsatz gewachsen. Auch das Ergebnis zeigt in operativer Hinsicht ein entsprechendes Wachstum. Wir gehen davon aus, dass die prognostizierte Entwicklung für dieses Jahr eintreten wird. Dass unsere Auftragspipeline stabil auf hohem Niveau bleibt, ist dafür ein wichtiger Indikator.“
Der Umsatz der Division Zulieferung ist von 1.087 Millionen Euro Mitte des letzten Jahres auf 1.321 Millionen Euro gestiegen. Dieser Anstieg von 22 Prozent ist darauf zurückzuführen, dass die VDL-Unternehmen, die in dieser Division tätig sind, auf allen Ebenen gewachsen sind. Der Fokus auf hochwertige Innovationen und langfristige, stabile Beziehungen zu Kunden und anderen Partnern haben dazu geführt, dass wir neben der Produktion zunehmend auch für unsere Kunden entwickeln können. Wir haben unsere Position in unseren Wachstumsmarkt weiter gestärkt. Wichtig dafür waren: deutliche Investitionen in Ausrüstung, die Professionalisierung von Prozessen, Automatisierung (in Form von Robotisierung und Digitalisierung) sowie die Einstellung und Ausbildung von Mitarbeitern. Die Division Zulieferung ist profitabel.
Der Umsatz von VDL Nedcar liegt nach zwei Quartalen bei 1.262 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung von 47 Prozent im Vergleich zu den 856 Millionen Euro vor einem Jahr. Dieser Umsatzanstieg ist darauf zurückzuführen, dass unsere Autofabrik in Born vor einem Jahr infolge globaler Entwicklungen regelmäßig mit Materialengpässen (insbesondere Chips) konfrontiert war, was zu erheblichen Produktionsverlusten führte.
Das letzte halbe Jahr wurden wir ebenfalls durch Streiks mit Produktionsverlusten konfrontiert. Der Plan, den Produktionsrückstand infolge dessen aufzuholen, liegt auf Kurs, nachdem eine Einigung über die weitere Intensivierung des im Jahr 2021 vereinbarten Sozialplans erzielt wurde. Durch die Streiks und die Rückstellungen aufgrund der Kosten der ersten Phase dieses Sozialplans ist VDL Nedcar im ersten Halbjahr verlustreich.
Als Folge von Arbeitsreduzierung aufgrund von Volumenrückgang wurde bereits angekündigt, dass VDL Nedcar ab dem 1. November auf eine Schicht umstellen wird. Dadurch werden etwa 900 Mitarbeiter und 900 Zeitarbeitskräfte überflüssig. Wir setzen alles daran, sie wieder in Arbeit zu bringen. Neben den anderen VDL-Gesellschaften denken mehr als 200 Arbeitgeber über eine mögliche Beschäftigung für die überflüssigen Mitarbeiter nach. In Kürze ist eine erste Informationsveranstaltung mit diesen Firmen geplant. Danach folgt eine Jobmesse, um persönliche Kontakte zu knüpfen und Kennenlernen zu erleichtern.
In der Zwischenzeit durchlaufen wir an unserem Standort in Born einen Transformationsprozess, weg vom unabhängigen Autobauer hin zu einem breit aufgestellten Partner für nachhaltige Mobilität, mit dem Ziel, mehr Mehrwert zu schaffen und somit eine bessere Zukunftsfähigkeit zu erreichen. Die Erweiterung der Aktivitäten in den folgenden drei Bereichen: die Montage von Fahrzeugen für verschiedene Auftraggeber, verschiedene nachhaltige Mobilitätslösungen im Mobility Innovation Centre und die Unterstützung der Wachstumstrategie der VDL-Tochterunternehmen nimmt immer konkretere Formen an.
Der Umsatz der Division Bus ist um 40 Prozent gesunken, von 251 Millionen Euro vor einem Jahr auf 153 Millionen Euro. Die wichtigste Erklärung dafür sind Herausforderungen bei Lieferketten, die dazu führen, dass Fahrzeuglieferungen schwierig zustande kommen, Umstände, mit denen die gesamte Branche zu kämpfen hat. Die Division Bus ist verlustreich. Mittlerweile sehen wir immer mehr neue Generationen elektrischer Stadtbusse, VDL Citea’s, im Straßenbild. In der kommenden Zeit wird VDL Bus & Coach die neue Plattform aktiv weiterentwickeln, wobei die Auswirkungen auf die Umwelt über den gesamten Lebenszyklus des Produkts (Life Cycle Assessment) betrachtet werden. VDL sieht auch die Zukunft der Reisebusse. Die Plattform der dritten Generation VDL Futura wird weiter gestaltet.
VDL Bus & Coach wird im nächsten Monat auf der Busworld 2023, Europas größter Messe für Busse und Reisebusse, in Brüssel vertreten sein. Mit dem Motto ‘Experience tomorrow’s mobility, today’ wird VDL im Bereich nachhaltige Mobilität seine Strategie und Rolle als Vorreiter zeigen.
Die VDL-Unternehmen, die Teil der Division Endprodukte sind, haben im ersten Halbjahr 2023 gemeinsam einen Umsatz von 437 Millionen Euro erzielt, verglichen mit 400 Millionen Euro im gleichen Zeitraum 2022. Dieser Anstieg von 9 Prozent lässt sich dadurch erklären, dass die Unternehmen in dieser Division branchenweit gut positioniert sind. Die Division Endprodukte ist profitabel.
Basierend auf einem stabil hohen Auftragsbestand wird erwartet, dass das prognostizierte Umsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent für das gesamte Jahr 2023 erreicht wird. Gleichzeitig gibt es im zweiten Halbjahr auch Herausforderungen in großem Ausmaß. Zum Beispiel die Art und Weise, wie VDL Nedcar umstrukturiert wird, um auf eine Schichtarbeit umzustellen und sicherzustellen, dass unsere Mitarbeiter in Born, die überflüssig werden, gut untergebracht sind.
Mit dem neuen elektrischen Stadtbus VDL Citea wurde ein neuer Standard gesetzt. Dadurch wird in den kommenden Jahren eine steigende Nachfrage aus dem Markt erwartet. Obwohl wir Fortschritte machen, bleibt die termingerechte Lieferung eine Herausforderung. Aufgrund dieser Umstände bei VDL Nedcar und VDL Bus & Coach wird ein niedrigerer Nettoertrag für das gesamte Jahr erwartet als im Jahr 2022 erzielt wurde.

Direktor Kommunikation und Sprecher der VDL Groep
E: m.timmers@vdl.nl
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